Matthias Müller
Didgeri-geri-do-do-doo…

von Regula Wenger

 

Nach Ausland-Konzerten spielt der Didgeridoo-Musiker wieder in Basel.

Didgeridoo? Ist das nicht das etwas eintönige, weil halt Ein-Ton-Instrument? Wer immer noch glaubt, dass diese Musik bei lang anhaltendem tiefem Getöne aufhört, den belehrt Matthias Müller eines Besseren.
Der junge Basler sitzt in seinem Studio, in einem Hinterhof an der Neubadstrasse. Um ihn herum: Ein wahrer Wald von Didgeridoos. Einige Musikinstrumente braucht er zwar nicht mehr, aber er kann sich nicht von ihnen trennen. Andere sind zum Verkauf oder für seine Konzerte gedacht: «Ich brauche zwischen fünf und sieben Didgeridoos pro Anlass.» Auf dem Schoss hält er zärtlich sein Liebstes, ein spezielles Didgeridoo, das ihn meistens begleitet: «Es hat schon fast antiken Wert und mich schon zwei Mal nach Australien, ins Ursprungsland der Didgeridoos, begleitet», erzählt der Berufsmusiker.
Nein, ihn muss man nicht dazu auffordern, schon hat er das Didgeridoo zum Mund geführt und holt aus dem Eukalyptus-Holz eine Fülle von Klängen und Rhythmen heraus. «Man muss nur hineinhören, was alles möglich ist. Aus einem Klang kann man tausend Variationen entwickeln», sagt der Komponist. Der Didgeridoo-Lehrer lacht schon voller Vorfreude, wenn er an das kommende Konzert in der Elisabethenkirche denkt.
Obwohl er sowieso schon seit Jahren einen Schlüssel für die Kirche besitzt, denn er darf dort proben: «Eine Ehre für mich! Sonst dürfen das nur Organisten.»

Müller und Müller

Am Samstag, 20. März, hat Matthias Müller vier Musikerfreunde für einen grossen Didgeridoo-Konzertabend zusammengetrommelt: «Ein Traum, den ich mir schon lange erfüllen wollte.» Der 31-Jährige schwärmt von Ray de Horna aus Barcelona, von Didjaman aus Paris, von Thomas Clements, der in der Wüste Workshops im Obertongesang abhält, und von Matthias Müller. Richtig: Müller schwärmt von Müller, weil Müller nicht gleich Müller. Der andere stammt zwar auch aus Basel, reist aber mit Klarinette aus Zürich an. Auf die Jam-Session freuen sich jedenfalls Müllers und Co.
Wer übrigens vom Kon-zert begeistert ist, wird dem Prüfungsexperten dankbar sein, der Matthias Müller vor einigen Jahren die Aufnahme zur Fachhochschule für Sozialarbeit verweigerte und meinte: «Sie würden nicht glücklich werden als Sozialarbeiter, Herr Müller. Sie sind zu kreativ.»


Didgeridoo-Konzertabend: Sa, 20.3., 20 Uhr, Elisabethenkirche

Baslerstab, 16.03.04