Matthias Müller Meets Matthias Müller:

Music for Didgeridoo and Clarinets 

 

Wenn zwei Musiker mit gleichem Namen Musik machen, kann das dann bereits Programm sein? Wohl kaum.
    Allerdings kann es ein Auslöser sein, dass unterschiedlichste musikalische Werdegänge sich zusammenfinden. Bereits die Instrumente klingen nicht nach vertrautem Zusammenklang. Didgeridoo, das Instrument der australischen Urbevölkerung, und die Klarinette, respektive Bassklarinette. Letztere ist in unserer Kultur bestens etabliert als sophisticated klassisches Instrument, als Hauptstimme in unserer Volksmusik und als Mitglied im Solistenensemble des Jazz. Das Didgeridoo, das sich erst seit kurzer Zeit bei uns Gehör verschafft hat, verkörpert die Aura des Ungewohnten und Mystischen und fasziniert durch seine Fremdartigkeit. Passend dazu die unterschiedlichen Ausbildungen der Musiker: Matthias Müller - Didgeridoo ist musikalischer Autodidakt, der von der Electroszene (house, ambient) herkommend zum Didgeridoo fand; Matthias Müller - Klarinette durchlief die musikalischen Ausbildungs-stätten und doziert heute selber an der Musikhochschule Zürich.
    Die unterschiedliche Herkunft muss aber nicht unüberbrückbarer Gegensatz sein. Unabdingbar ist Offenheit für eine andere Kultur. Die Unverbrauchtheit einer Underground- und Urkultur und die spezialisierte ästhetisierte Hochkultur treffen sich, ergänzen sich und regen sich gegenseitig an. Das Didgeridoo schafft eine eigentümliche perkussive Atmosphäre, die durch einen präsenten Grundtonund eine ostinative Metrik gegeben wird.

    Durch aufgesetzte artikulatorische Geräusche und durch dynamische Veränderungen entstehen Spannungsabläufe und überraschende Aktionen. Die Klarinette und die Bassklarinette können nun in und über diesem Klangteppich ihre melodischen Linien aufbauen, respektive mit dem Didgeridoo in Dialog treten. Die Klangvielfalt des

 
Matthias Müller (links), Matthias Müller (rechts)

Blasinstrumentes, das von pathetischem Belcanto zu swingendem Drive und zu geräuschhaften Tonkaskaden reicht, vermag ver-schiedenste Anspielungen zu kreieren und geht trotzdem seinen eigenen Weg. Die Form des Duos, die den intensivsten Austausch zwischen musikalischen Partnern erlaubt, ermöglicht ein spontanes Eingreifen in den gemeinsamen musikalischen Fortgang.
    Die Stücke entstehen aus Improvisationen und formen sich allmählich zu charakteristischen Nummern, die aber nie eine feststehende einschränkende Form erreichen. Es entsteht eine Musik, die Vertrautes und Unvertrautes in einen neuen Zusammenhang stellt und den Beweis erbringt, dass ursprünglich Fremdes sich nicht fremd bleiben muss, sondern dass eine Sprachbasis gefunden wird, die eine anregende und lebendige Verständigung ermöglicht.

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