Von Vinod Sahdeva, 2000

 

Das Duo "Tribe of Sound" besteht aus zwei versierten professionellen Musikern, die beide eine sehr eigenständige musikalische Entwicklung miteinbringen:

     Für den in Zürich und Strassburg lebenden Thomas Clements sind die unendliche Klangfarben-Vielfalt und die rhythmischen Möglichkeiten der menschlichen Stimme die wichtigste Quelle musikalischer Inspiration. Obertongesang, der traditionelle indische Dhrupad-Gesang sowie die Praxis des Zazen bilden Grundlagen seines musikalischen Schaffens und seiner Auseinandersetzung mit dem Wechselspiel zwischen Stille und Klang. Jahrelang hat es auch die indische Musiktherapie nach Vemu Mukunda studiert. Thomas Clements gibt regelmässig Konzerte mit perkussiver und anderer instrumentaler Begleitung. Bisher hat er - mit der Gruppe "Voice Changers" - die zwei CD's "Elephants in the Dark" und "round sound silence" veröffentlicht. 
     Der Basler Didgeridoo-Spieler Matthias Müller ist ebenfalls ein ausgesprochen kreativer Klang- und Rhythmus-Virtuose. Beim Zuhören und Eintauchen in seine Tonwelt wird deutlich: Hier widmet sich einer zugleich mit spielerischer Entdeckerlust und Disziplin ganz dem musikalischen Potenzial seines urtümlichen Instruments. Schon seine langjährige regelmässige Konzerttätigkeit als Solist weist auf das ungewöhnlich reiche und vielfältige Repertoire hin, das er seinen archaischen Grundton-Blasrohren auf Eukalyptus und Agave zu entlocken vermag. Matthias Müller hat bisher zwei CD's veröffentlicht: "Didgeridoo & Dreamtime Pipe" und "Passion". 

    Im Duo "Tribe of Sound" haben Thomas Clements und Matthias Müller gemeinsam einen neuen musikalischen Ausdruck gefunden. Anders als bei den australischen Aborigines findet man im hiesigen Kulturkreis die Kombination von Stimme und Didgeridoo ohne Zusatzinstrumente kaum.
 

 

Die Einfachheit der Mittel stellt zweifellos hohe Ansprüche an die künstlerische Auseinandersetzung. Die Musik von "Tribe of Sound" erfüllt aber auch hohe Erwartungen: Fernab von modischen Aussi-Pop und esoterischer Traumpfad-Romantik erforschen und entwickeln hier zwei aufmerksame Enthusiasten ihr Spiel in klanglich- rhythmischen Neuland. Neuland, weil die Musik nicht einem gängigen Musikstil zugeordnet werden kann. "Neuland" aber auch als Paradox. Denn bei "Tribe of Sound" wird die Verbindung zum zeitlosen und üblicherweise kaum bewussten Urgrund des Musizierens wieder wahrnehmbar: Die Neugierde und Freude am Ausloten und Wirkenlassen von Klangfarben, Tonintervallen und ihrer rhythmischen Strukturierung. Das Resultat ist eine archaisch wirkende Musik, die direkt und unmittelbar anspricht und dazu animiert, beim Spiel der Musiker innerlich mitzugehen. Thomas Clements und Matthias Müller verschliessen sich auch keineswegs den Einflüssen der Gegenwart. Gelegentlich sind jazzige und funkige Einsätze zu hören. Repetitive Rhythmen erinnern an House oder Techno. Die Musik wird dadurch eingängiger. Sie ist dennoch alles andere als seicht: Die Anklänge an bekannte Stil-Elemente sind bei "Tribe of Sound" nämlich nicht einfach Ausdruckmittel in einem kulturell definierten Zusammenhang. Vielmehr hebt die gezielte und eigenwillige Verwendung die klanglichen und rhythmischen Qualitäten der Fragmente hervor. Auch oft Gehörtes wird dadurch wieder neu erlebbar. Auf diese Weise bietet die Musik von "Tribe of Sound" einen Hörgenuss, der lange nachwirkt. 

 

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Tribe of Sound